Sensationeller Durchmarsch der Frauenmannschaft von der Oberliga in die 1. Bundesliga

Frauenmannschaft

2. Bundesliga – JC71 Frauenmannschaft

Ohne Unterbrechung kämpften sich die Frauen des JC71 Düsseldorf in drei Jahren bis an die deutsche Spitze.

Im Jahr 2013 stieg die junge Mannschaft in die Oberliga auf. 2014 kam es zu einem Umbruch. Die Mannschaft musste sich neu strukturieren und finden. Unter der Leitung von Trainer Peter Schlatter gab es ab da an kein Halten mehr. 2015 dann der Sprung in die Regionalliga. Im folge Jahr der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Der erste große Meilenstein war geschafft, das gesetzte Ziel die „Mission 2020“ vorzeitig erreicht. Doch das Team war nicht zu bremsen. 2017 – Der direkte Durchmarsch in die 1. Judo-Bundesliga.

Am Anfang der Saison hätte es niemand für möglich gehalten. Der erste Kampftag lief nicht wie erhofft. Das Team musste eine knappe 4:3 Niederlage gegen den JC Wermelskirchen einstecken. Der Ligaauftakt war nicht geglückt und die Ernüchterung groß. In Duisburg kam es zur zweiten Begegnung der Saison. Die erste Aufregung war verflogen und die Mannschaft war wieder fokussiert. Durch grandiose Einzelleistungen verbuchten sie einen 4:3 Sieg gegen Duisburg. Vor dem letzten Kampftag stand dadurch noch kein eindeutiger Tabellenführer fest. Alle fünf Mannschaften wiesen eine extreme Leistungsdichte auf. Jeder hatte gewonnen, aber auch eine Begegnung verloren. So kam es im neuen Judocentrum in Düsseldorf zum Showdown in der 2. Bundesliga.

Der JC71 empfing den Erstplatzierten TuS Hermannsburg, den JC Wermelskirchen, und den dritten der Tabelle VFL Stade.

Die Voraussetzungen am letzten Kampftag, vor heimischen Publikum, sahen nicht besonders gut aus. Melanie Lierka immer ein Garant für starke Uchi-Mata Punkte geht in die Babypause und wird ihre Laufbahn als aktive Kämpferin beenden. Arijana Peric hat sich bei der EM-Vorbereitung an der Schulter verletzt und konnte ebenfalls nicht antreten. So ging das Team stark dezimiert in die erste Begegnung gegen den VFL Stade.
Lena Ordelheide bis 48 kg gewann den ersten Kampf mit einem blitzschnellen Seoi-nage, den sie noch am Abend zuvor im Techniktraining mit Trainer Peter Schlatter verfeinert hatte. Julia Kolbe hatte ihre Gegnerin in der Gewichtsklasse bis 57 kg vollkommen unter Kontrolle und konnte nach drei Waza-ari Wertungen und einer schönen Außensichel vorzeitig gewinnen. Katharina Mossmann (-52kg) wurde nach einem Übergang in den Boden durch eine Würgetechnik zur Aufgabe gezwungen. Mareike Mangold ging in der Gewichtsklasse bis 63 kg auf die Tatami. Sie warf ihre Gegnerin erst mit einem Hüftwurf auf den Boden und hielt sie im anschließenden Haltegriff 20 Sekunden fest. Luisa Thyssen (-70 kg) packte ihre Gegnerin ein und warf sie mit ihrer Spezialtechnik O-Uchi-Gari und vollem Punkt auf die Matte. Zum ersten Mal für den JC im Einsatz kämpfte Anastasiya Turchyn bis 78 kg. Die vierfache Europameisterin machte nach einem Übergang in den Boden und einem Haltegriff kurzen Prozess mit ihrer Gegnerin.
Mayan Schwarze, eigentlich Kämpferin bis 70 kg, wagte sich in der offenen Gewichtsklasse auf die Matte und musste durch den Gewichtsnachteil vorzeitig aufgeben. Die Mädels des JC71 siegten somit 5:2 gegen den VFL Stade.

Da die Gäste aus Wermelskirchen zuvor den VFL Stade mit 4:3 geschlagen hatten standen sie zwischenzeitlich auf dem 1. Tabellenplatz. Die Frauen des JC71 lagen durch ihren Sieg knapp dahinter. Allen war also klar, ein hoher Sieg gegen den TuS Hermannsburg würde den direkten Durchmarsch in die 1. Bundeliga zur Folge haben. Die Mannschaft ging frei von jeglichem Druck in die letzte Begegnung der Saison.

Hermannsburg war zwar mit drei ausländischen Startern vor Ort, allerdings nicht in jeder Gewichtsklasse besetzt. Lena Ordelheide ging kampflos als Siegerin von der Matte und das Team vorzeitig in Führung. Julia Kolbe, heute in Topform, konnte auch ihren zweiten Kampf mit zwei Waza-ari Wertungen und einem finalen Ippon für Harai-Goshi gewinnen.  Katharina Mossmann musste gegen eine starke Belgierin kämpfen und verlor nach gutem Auftakt wieder im Boden durch Haltegriff – heute war einfach nicht ihr Tag. Mareike Mangold brachte nicht nur ihre Gegnerin, sondern auch den Trainer, mit ihren ständigen Auslagenwechseln zur Verzweiflung. Letztendlich brachte sie ihre Gegnerin mit einer großen Innensichel in die Bodenlage und im Haltegriff zur Aufgabe. Luisa Thyssen legte in Lierka-Manier ihre Gegnerin mit einem Bilderbuch Uchi-Mata auf die Matte – Ippon und der vorzeitige Sieg für den JC71. Anastasiya rundete das Ergebnis noch ab und brachte einen starken O-Uchi-Gari mit Waza-ari Wertung über die Zeit. Im letzten Kampf gab Katharina Jakubiuk, eingewogen bis 57 kg, den Kampf in der offenen Gewichtsklasse auf. Dadurch siegten unsere Frauen wieder mit 5:2 gegen den TuS Hermannsburg.

Punktgleich mit Wermelskirchen, aber aufgrund einer höheren Unterbewertung schaffen die Mädels zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die höchste Liga im deutschen Judo-Bund. Allen ist bewusst, dass die Mannschaft sich in einigen Gewichtsklassen verstärken muss um sich in der 1. Liga zu etablieren. Da viele Erstligavereine in der Gruppe Nord aus NRW kommen wird dies eine interessante Aufgabe, der sich die Frauen stellen werden. Die Suche nach Sponsoren und Unterstützern wird ein weiteres Thema sein.
Der Überraschungscoup wurde erst mal spontan gefeiert. Das Team wird bestimmt auch die nächste Hürde schaffen.

 

Dies könnte Dir auch gefallen...